Was tun mit verbrauchter Flüssigkeit aus einer Werkstatt-Teilereinigungsanlage? Gesetzeskonforme Entsorgung und BDO-Abfallschlüssel Schritt für Schritt
Wenn die Flüssigkeit in der Werkstattwaschanlage ihre Eigenschaften verliert und sich in eine trübe Flüssigkeit voller Schmierstoffe und Öle verwandelt, entsteht ein Problem. Für Sie ist es nur schmutziges Wasser, doch aus Sicht des Umweltrechts und der Umweltinspektion (WIOŚ) handelt es sich um gefährlichen Abfall.
Für die illegale Entsorgung gefährlicher Abfälle drohen hohe Verwaltungsstrafen sowie strafrechtliche Konsequenzen. Wie entsorgt man also gebrauchte Reinigungsflüssigkeit korrekt und legal? Die Antwort lautet: das BDO-System. Nachfolgend finden Sie eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Warum gilt die Flüssigkeit aus der Waschanlage als gefährlicher Abfall?
Selbst wenn Sie vollständig biologisch abbaubare, umweltfreundliche Chemie auf Wasserbasis verwenden, wird diese nach einigen Wochen der Teilereinigung toxisch. Warum? Während des Betriebs werden Altöl, Schmierstoffe, Metallspäne, Ruß und Kraftstoffreste aus den Bauteilen ausgewaschen. Genau diese Verunreinigungen aus Motoren oder Getrieben führen dazu, dass das gesamte Reinigungsbad als gefährlicher Abfall eingestuft wird (gekennzeichnet durch ein Sternchen * beim Abfallschlüssel).
Welche BDO-Abfallschlüssel gelten für gebrauchte Flüssigkeit?
BDO („Datenbank über Abfälle“) ist das staatliche System, in dem sich die meisten Unternehmen registrieren müssen, die gefährliche Abfälle erzeugen – darunter auch Werkstätten, die nicht-kommunale Abfälle produzieren.
Die Einstufung des Abfalls hängt von der verwendeten Chemie und dem Tätigkeitsprofil ab. Bei standardmäßigen wasserbasierten Werkstatt- und Korbwaschanlagen werden am häufigsten folgende Abfallschlüssel verwendet:
- 12 03 01* – Entfettungsabfälle, die gefährliche Stoffe enthalten (der häufigste und präziseste Code für wasserbasierte Reinigungslösungen).
- 16 10 01* – Wässrige flüssige Abfälle mit gefährlichen Stoffen.
- 14 06 03* – Andere Lösungsmittel und Lösungsmittelgemische (wenn ältere lösungsmittelbasierte Anlagen verwendet werden).
Hinweis: Der endgültige Abfallschlüssel sollte immer mit dem Entsorgungsunternehmen abgestimmt werden.
Entsorgung der Flüssigkeit Schritt für Schritt
Hier ist ein bewährter Prozess, der Ihre Werkstatt bei Kontrollen vor Problemen schützt:
Schritt 1: Sichere Lagerung
Verbrauchte Flüssigkeit darf nicht einfach „in Eimern an der Wand“ gelagert werden. Die Flüssigkeit muss aus der Waschanlage in zugelassene, dichte Behälter umgefüllt werden (z. B. Kunststofffässer aus HDPE oder IBC-/Mauser-Behälter).
Die Behälter müssen deutlich mit dem Abfallschlüssel gekennzeichnet sein und auf Auffangwannen stehen, die im Falle einer Undichtigkeit ein Austreten in den Boden oder das Grundwasser verhindern.
Schritt 2: Vertrag mit einem autorisierten Entsorger
Sie dürfen die Flüssigkeit nicht an beliebige Personen übergeben. Sie müssen ein zertifiziertes Unternehmen beauftragen, das industrielle Abfälle sammelt und entsorgt und über die entsprechenden Einträge im BDO-Register verfügt.
Schritt 3: Erstellung der KPO (Abfallübergabekarte) im BDO-System (Polen).
Bevor das Entsorgungsfahrzeug Ihren Abfall abholt, müssen Sie sich im BDO-System anmelden und eine sogenannte KPO (Abfallübergabekarte) erstellen.
Darin geben Sie die Art des Abfalls (z. B. 12 03 01*), das ungefähre Gewicht (in Tonnen, z. B. 0,200 Mg) sowie die Daten des Transportunternehmens an.
Schritt 4: Abholung und Dokumentation
Der Fahrer des Entsorgungsunternehmens bestätigt in seinem System oder in der mobilen App die Übernahme des Abfalls. Ab diesem Zeitpunkt geht die rechtliche Verantwortung für die Entsorgung auf das Unternehmen über.
Gleichzeitig verfügen Sie im BDO-System über einen elektronischen Nachweis, dass die Chemikalien vollständig legal entsorgt wurden. Denken Sie daran, bis spätestens 15. März den jährlichen Abfallbericht im System einzureichen.
Wie lassen sich die Entsorgungskosten in der Werkstatt senken?
Die Entsorgung gefährlicher Abfälle wird von Jahr zu Jahr teurer (Abrechnung pro Kilogramm/Liter). Die einfachste Möglichkeit, die Kosten für die Schlammentsorgung zu senken, ist … die Reinigungsflüssigkeit seltener zu wechseln.
Um dies zu erreichen, sollte die Reinigungsflüssigkeit regelmäßig gepflegt werden durch:
- Einsatz von Ölabscheidern (Skimmern): Sie entfernen kontinuierlich ölhaltige Verunreinigungen und verhindern das Verderben der Chemie.
- Mechanische Filtration: Beutel- oder Kerzenfilter halten feine Verunreinigungen zurück.
- Verwendung professioneller demulgierender Reinigungsflüssigkeiten: Hochwertige wasserbasierte Chemie trennt sich von Schmutz und verlängert die Lebensdauer der Flüssigkeit erheblich im Vergleich zu günstigen Ersatzprodukten.
Dank moderner Waschanlagen mit passend ausgewählten Reinigungssystemen kann der Wechselzyklus der Chemie von wenigen Wochen auf mehrere Monate verlängert werden, was im Jahresverlauf reale Einsparungen in Höhe von mehreren Tausend Euro bedeutet.